Man unterscheidet bei der Zen-Meditation zwischen Sato-Zen und Rinzai-Zen.

Zen bedeutet wörtlich übersetzt Meditation. Dieser Begriff leitet sich von der althergebrachten Sprache Sanskrit ab. Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Stile bei der Zen-Meditation entwickelt, deren Schwerpunkte und Lehren von bestimmten Meistern geprägt sind. Diese Schulen sehen sich nicht als Religion, sondern als didaktische Systeme, dem ein geistiges Training für die Kontrolle der Gedanken unterliegt.

Meditation als Schlüssel zu mehr Achtsamkeit

Durch die Meditation erlernt der Ausübende stets ganz präsent sein, im hier und jetzt zu verweilen. Meditative Grundübungen manifestieren den jetzigen Augenblick und dehnen die Achtsamkeit auf alle täglichen Handlungen und Gedanken aus. Der Hauptakzent dieser Übungen liegt stets auf einem Bezug zum Alltag. Beim Zazen wird das Meditieren in einer sitzenden Position praktiziert, diese Form hat sich mittlerweile weltweit etabliert.

Die Rinzai-Lehre

Die Rinzai Schule wurde vom Meister Eisai geprägt, der von 1141-1251 in Japan gelebt hat. Diese Traditionslinie stellt einen längeren Reifeprozeß dar und beeinflusste maßgeblich die Meditationslehre in Japan. Eisai unternahm einige Chinareisen, die einen wichtigen Grundstein für seine Lehren bildeten. Im Jahr 1195 gründete er den ersten Zen-Tempel in Japan und verfasste wichtige Bücher, die sich mit diesem Thema befassten. Eisai war ein vielseitig begabter Mann, der beim kaiserlichen Hof ein hohes Ansehen genoss. Auf diese Weise war es ihm mögliche, weitere Tempel zu gründen. Aus China brachte er Teesamen mit und legte Tee-Pflanzungen an. Das Getränk hat im ganzen Land mittlerweile einen Kultstatus erreicht, der sich in den komplizierten Teezeremonien wieder spiegelt. Eisai war der Auffassung, dass die Zen-Lehre die Quintessenz des Buddhismus verkörpert. Dabei sind die Meditation und Erleuchtung von grundlegender Bedeutung. Dank seiner zahlreichen Schüler wurde das Werk von Eisai weiter geführt, mit einem engen Kontakt zu chinesischen Zen-Schulen. Die Rinzai-Schule wurde von vielen bedeutenden Zen-Meistern geprägt, deren Einfluss auf die japanische Kultur noch bis heute spürbar ist.

Die Soto-Lehre

Als spirituelles Konzept wurde die Soto-Lehre von dem buddhistischen Mönch Dogen aus China in sein Heimatland Japan eingeführt. Dieser Mönch lebte von 1200-1254 und verbreitete die Zen Lehre ausgehend von seinen Erfahrungen und Erlebnissen. Bei dieser Praxis spielt das Shikantaza eine wichtige Rolle, das bedeutet übersetzt: einfach nur sitzen. Das Bewusstsein ist hellwach und vollkommen offen, sodass der Meditierende alles um sich herum wahrnehmen kann. Allerdings sollte dieser nicht auf die inneren Gedankenzüge reagieren. Auf diese Weise entwickelt sich ein Zustand der offenen, reinen und universalen Bewusstheit. Im Gegensatz zu den anderen Lehren sitzt der Meditierende dabei mit dem Gesicht zur Wand und nicht zum Raum ausgerichtet. Dogen wird heutzutage als der bedeutendste Zen-Meister von Japan angesehen und von allen buddhistischen Schulen als ein Heiliger verehrt.

Der Unterschied der beiden Zen-Schulen

Bei der Soto-Praxis handelt es sich um eine rezeptive Form des Meditieren, bei der Rinzai-Praxis um eine Meditationsform durch Konzentration. Die Rinzai-Schule zeichnet sich durch das Zazen, die Gartenkunst, Tee-Zeremonien, Kampfkünste und die Koan-Arbeit aus. Im Unterschied dazu besteht die Hauptlehre der Soto-Schule in der immanenten, buddhistischen Natur aller Wesen, sowie der Identität von Übung und Erleuchtung. Neben Zazen und Zeremonien spielt das Herz-Sutra beim Meditieren eine wichtige Rolle.

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