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Welche Rolle spielt Freude im Zen Buddhismus

Freude ist zweifellos eines der schönsten Gefühle, das ein Mensch empfinden kann. Es gibt viele Arten dieses Gefühls. Wir freuen uns über ein gelungenes Essen, eine neue Bekanntschaft, über einen Erfolg und über andere Dinge. Doch was bedeutet Freude im Zen Buddhismus? Können wir sie erlernen?

Die 4 Unermesslichen

Im Zen Buddhismus gibt es vier elementare Geisteszustände, die unter den “Vier himmlischen Verweilzuständen”, auch “Die 4 Unermesslichen” genannt, zusammengefasst werden: Liebe, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut, im Sanskrit Maitri, Karuna, Mudita und Upeksa bezeichnet. Diese vier Zustände werden als Grundlage für Meditationsübungen benutzt. Sie beschreiben die Geisteshaltungen, die man gegenüber anderen Lebewesen anstreben sollte und die die buddhistische Ethik letztendlich ausmachen.
“Wir müssen lernen, uns mehr zu freuen. Dieser Reichtum ist die Essenz der Großzügigkeit und des Gefühls der Fähigkeit, mit der Welt zurechtzukommen, ohne ins Elend zu versinken.” – Chögyam Trungpa (1939 – 1987), Gelehrter und Linienhalter des tibetischen Buddhismus.

Mudita, die wertschätzende Mitfreude – das Gegenteil von Schadenfreude

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass Menschen, die zur Schadenfreude neigen, eine hässliche Aura haben? Wenn du Schadenfreude, also das Erfreuen am Unglück eines anderen, praktizierst, bringst du dich um dein eigenes Glück. Schopenhauer formulierte es so: “Der schlechteste Zug in der menschlichen Natur bleibt aber die Schadenfreude, da sie der Grausamkeit enge verwandt ist.”
Durch Schadenfreude, ob heimlich oder offen, werden menschliche Eigenschaften wie Hass, Neid und Missgunst gefördert und bieten einen schlechten Boden für eine spirituelle Entwicklung. Möchtest du nicht lieber deine positiven menschlichen Eigenschaften fördern und weiterentwickeln? Jeder Mensch möchte im Grunde glücklich sein, und jeder versucht es auf seine Weise – erfreue dich an den Erfolgen anderer und du wirst merken, wie sich andere an deinen Erfolgen erfreuen werden.

Wie kannst du dies beim Meditieren praktizieren und üben?

Mudita bedeutet, dich am Glück anderer Lebewesen zu erfreuen. Buddha lehrte diese Praxis, um Emotionen wie Neid, Eifersucht und Unzufriedenheit zu überwinden. Freundliche Gedanken regelmäßig in der Meditation zu praktizieren trägt wesentlich dazu bei, negative Gedanken zu vertreiben und die Welt und die Mitmenschen in einem positiven Licht zu sehen und dadurch innerliches Glück zu empfinden. Denn Glück ist nichts, was wir im Außen suchen sollten, sondern durch unsere Geisteshaltung entsteht.

Was passiert mit dir, wenn du Mitfreude in deine Meditation einfließen lässt?

Die regelmäßige Meditation über die Mitfreude, über das Glück und über die Dinge, für die du dankbar sein kannst in deinem Leben, wird deine Wahrnehmung der Welt grundlegend verändern. Deine Sichtweise auf alltägliche Dinge und auf deine Mitmenschen wird sich so verändern, dass kein Platz mehr in deinem Leben sein wird für Missgunst, Neid und Unzufriedenheit. Du wirst bemerken, wie sich dein Verhältnis zu deiner Außenwelt kolossal wandelt und wie viel mehr an Freude du empfinden wirst – über das Glück anderer und an deinem eigenen Leben. Denn deine Freude wird auf deine Ausstrahlung zurückfallen.

Meditation lernen und Mudita ausüben

Möchtest du dein Leben schöner, erfüllter und positiver gestalten? Willst du Glück nicht durch Dinge im Außen, sondern durch dein Inneres erfahren? Die Zenlounge in Salzburg ist ein guter Ort, um Mudita in der Meditation zu praktizieren.

Welche Rolle spielt Mitgefühl im Zen-Buddhismus?

Grundsätzlich ist Mitgefühl der Ursprung des spirituellen Lebens. Es ist damit das elementare Ziel all der Menschen, die ihr Dasein der Erlangung der Erleuchtung widmen. Um zu eruieren, welche Rolle Mitgefühl im Zen Buddhismus spielt, ist es zunächst einmal grundlegend, die Differenzierung zwischen dem Wort Mitleid und Mitgefühl zu verdeutlichen. Zen ist in dem Zusammenhang die mystische Variante des Buddhismus’. Es heißt, Zen sei die wohl reinste Form des Buddhismus’, die es gibt.

 

Mitgefühl statt Mitleid

Mit Blick auf die buddhistischen Ansichten ist es in keiner Weise förderlich, Leid zu teilen oder gar die Leidhaftigkeit eines anderen Menschen zu übernehmen. So ist in dieser Glaubensrichtung jeder Mensch für sein eigenes Geschick zuständig. Anders hingegen verhält es sich, wenn es um das Mit-Fühlen geht. Diese Eigenschaft wird hier als überaus positiv bezeichnet. Menschen, die über die Fähigkeit des Mitfühlens verfügen, sind auch imstande anzuerkennen, dass es Menschen gibt, die ein Leid, eine Schwere oder Belastungen unterschiedlichster Art durchleben. Dieser Aspekt des Begreifens und des Verstehens des Leides anderer wird dabei als Mitgefühl bezeichnet. Und somit erschließt sich bereits aus der Definition der Begrifflichkeit “Mitgefühl”, welche Rolle Mitgefühl auch im Zen Buddhismus spielt.

 

Der Ursprung des Lebens

Mit-Gefühl ist grundsätzlich die Wahrnehmung des Leides anderer, wobei hier der Fokus ganz klar darauf liegt, diese Erkenntnis auf sich selbst zu beziehen. Und zwar vor dem Hintergrund des Lernen wollens. Elementar ist diesbezüglich die Tatsache, dass in bestimmter Hinsicht eine Dankbarkeit entsteht, weil man selbst bereits eine Selbsterfahrung erlebt oder Einsichten generiert hat. Denn nur auf Basis dieser Erkenntnisse und Erlebnisse ist es einem Menschen überhaupt möglich, zu reifen.

 

Auf den Punkt gebracht – die Definition von Mitgefühl

Im Zen Buddhismus handelt es sich in erster Linie um den Wunsch, dass andere Menschen frei sein mögen von Leid. Insbesondere steht dabei der Wille im Fokus, dass andere frei von den Ursachen des Leides sein mögen. Aus dieser Bedeutung heraus kann man schließen, dass Mitgefühl darauf basiert, die Gefühle der Menschen an sich nicht nur zu verstehen und sie begreifen zu wollen, sondern sie auch wertzuschätzen. Der Aspekt greift im Zen Buddhismus, wenn man als Mensch selbst bereits einen bestimmten Leidensweg hinter sich gebracht hat.


„Laufe nicht der Vergangenheit nach und verliere dich nicht in der Zukunft. Die Vergangenheit ist nicht mehr.
Die Zukunft ist noch nicht gekommen. Das Leben ist hier und jetzt.“
– Buddha –

 

In Anlehnung an die Weisheit des Buddha ist Zen weder eine Religion, noch eine Philosophie. Vielmehr handelt es sich dabei um eine Form der Meditation. Es geht einzig und allein darum, zu lehren. Das Leben als solches soll hier und jetzt verwirklicht werden, ohne dass der Mensch dabei seine Gedanken an die Zukunft oder gar an die Vergangenheit verschwendet. Diese werden im Zen ohnehin bloß als Auswüchse des menschlichen egoistischen Verstandes begriffen. Mit der Konsequenz, dass sie den Denkenden daran hindern, wirklich zu leben. Ziel ist es, wirklich selbst gelegt, also persönliche Erfahrungen gesammelt zu haben. Nichtsdestotrotz kann oder darf Mit-Gefühl auch dann empfunden bzw. erlebt werden, wenn man selbst bestimmte Dinge nicht durchlebt hat. Wichtig ist, sich hinein fühlen zu können, wie tragisch ein bestimmtes Erlebnis für einen Mit-Menschen in der Tat gewesen sein muss. An dieser Stelle ist es laut Buddha hilfreich, sich selbst zu wünschen, sich aus der prekären Situation befreien zu können. Denn nur dann kann daraus der intensive Wunsch entstehen, dass sich auch der andere aus seinem Leid befreien kann.

 

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Bekannte Zen-Meister

Ein für den Zen Buddhismus zentraler Satz steht im Zutíng Shìyuàn von Mùan Shànqing aus dem Jahr 1108. Er lautet: “Eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften, unabhängig von Wort und Schriftzeichen.” Der Satz zeigt, dass sich beim Zen die Sinnsuche nicht nach außen sondern nach innen richtet. Entsprechend liegt seine Wirkung mehr im Sein und Wirken der Zen Meister als in aufgeschriebenen Weisheiten. Insofern lohnt ein Blick in vielgestaltige Geschichte der Zen-Meister.

Ein kleiner Überblick in die Geschichte von 6 der bekanntesten  Zen Meister:

Dogen Zenji

Als erster Zen Meister ist Dogen Zenji zu nennen. Dieser brachte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts den in China kennengelernten Zen Buddhismus in seine Heimat Japan. 1223 gründete er nicht nur einen Tempel sondern auch ein Kloster mit der ersten Zen-Halle nach chinesischem Vorbild in Japan.

Wu-men Hui-kai

Zu den wichtigsten Weisheiten des Zens >> zählen kurze Anekdoten die Koan genannt werden und das man sich regelmäßig mit beispielhaften Handlungsweisen von Zen Meistern beschäftigt. Eine wichtige Sammlung solcher Koan ist das im 13. Jahrhundert durch Meister Wu-men Hui-kai verfasste Wumengan, welches 48 dieser Anekdoten enthält.

Ikkyu Sojun

Aufzählung bekannter Zen-MeisterBei Ikkyu Sojun handelt es sich um einen japanischen Dichter des 15. Jahrhunderts, welcher unter anderem als Begründer der traditionellen japanischen Tee Zeremonie in die Geschichte eingegangen ist. Vor allem aber ist er die wohl schillerndste Persönlichkeit unter den Zen-Meistern. Seine Kritiker aus der Zen Aristokratie etwa lud er zu Diskussionen gerne in Bordelle und Sake-Kneipen ein. Auch sonst war er in seinem Wesen äußerst rebellisch. Dieser Umstand hat zur Überlieferung vieler Geschichten geführt die heutzutage sogar Eingang in Mangas und Zeichentrickfilme finden.

Kodo Sawaki

Dass die Verbreitung der Lehre aber auch auf weniger lautstarke und trotzdem intensive Weise erfolgen kann zeigt das Leben von Zen Meister Kodo Sawaki. Dieser wurde 1880 geboren und trug die Lehren aus dem Kloster heraus in die Welt. Seine Übungen vollzog er vornehmlich auf der Wanderschaft durch Japan mittels der damals in Japan schon fast in Vergessenheit geratenen Meditationstechnik des Zazen. Die Beliebtheit des Lotossitzes während der Meditation ist nicht zuletzt den rastlosen Wanderungen des “Landstreichers Kodo” zu verdanken, der seine Weisheiten im Sinne wortwörtlicher Erfahrung unter das Volk trug.

Suzuki Shunryu

Das die Reihe der großen Meister des Zens bis in unsere Tage hinein reicht zeigt das Leben von Suzuki Shunryu. Dieser wurde 1905 als Sohn eines Meisters der Soto Linie geboren und wurde bereits mit dreißig Jahren selber zum Meister. Im Zweiten Weltkrieg war Shunryu einer der prägenden Köpfe der pazifistischen Bewegung innerhalb Japans. Nach dem Krieg zog er Ende der Fünfzigerjahre in die USA und wirkte dort bis zu seinem Tod 1971 im Zen-Zentrum von San Francisco. Zu seinen Anhängern dort zählte unter anderem der spätere Apple-Gründer Steve Jobs.

Oi Saidan Roshi

Mit der wichtigste noch lebende Zen Meister ist Oi Saidan Roshi. Geboren 1915 und damit über hundert Jahre alt wirkt er noch heute als Oberpriester der Rinzai-shu-Sekte. Er hat maßgeblich an der Öffnung des Zen Buddhismus für Laien mitgewirkt und so dafür gesorgt dass auch Frauen sowie Schülerinnen und Schüler aus westlichen Kulturkreisen sich intensiver mit dessen Lehren beschäftigen können.

 

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Die Geschichte des Zen

Im Zen-Buddhismus ist die regelmäßige Praxis des Meditierens wichtiger als das Lesen der heiligen buddhistischen Schriften. Diese Art des geistigen Trainings lehrt im Ursprung, immer im Augenblick zu sein und sich nicht von Gedanken ablenken zu lassen. Sogar das Denken an Buddha während der Meditation gilt als Ablenkung, die es zu vermeiden gilt. Daher gibt es den berühmten buddhistischen Spruch: “Triffst du Buddha unterwegs, schlag ihn mit einem Stock!”

Geschichte des Zen und Entwicklung bis heute

Der Zen-Buddhismus gilt als Strömung des Mahayana-Buddhismus aus dem 5. Jahrhundert n. Chr., der in China seinen Ursprung hatte (dort “Chan” genannt, ein Wort aus dem Sanskrit, was so viel heißt wie Meditation oder Versenkung). Durch Mönche in Südostasien verbreitet, entstanden koreanische und vietnamesische Ableger. Ab dem 12. Jahrhundert n. Chr. kam diese Art des Buddhismus nach Japan und erhielt eine neue Ausprägung und Interpretation. Das Wort “Chan” wurde zu “Zen” und wurde mit diesem Namen viel später auch in den USA und im Westen verbreitet. Seit dem 20. Jahrhundert wenden sich auch Christen und Laien der Meditation zu und profitieren von der Wirkung, die diese Form des Meditierens mit sich bringt.

Was ist Zen und was kann es bewirken?

Es handelt sich nicht um eine Religion, sondern um eine Lebens- und Geisteshaltung. Es hat kein Ziel, es will nichts erreichen außer dem, was der Augenblick verlangt. Die berühmte japanische Teezeremonie ist ein beeindruckendes Beispiel dafür: Man wird eins mit den Handlungen und erfährt darin absolute Gegenwärtigkeit. In dieser Haltung und wenn man auf diese Art und Weise meditieren lernt, beruhigt man den Geist und lernt, ganz im Hier und Jetzt zu sein.
Zen-Meister stellen in der Geschichte ihren Schülern immer wieder widersprüchliche oder sinnlose Fragen. Frage und Antwort bilden das Paradox (“koan”), das sich nicht durch Denken beantworten lässt, denn es gibt keine logische Erklärung für ein “koan”. Die richtige Antwort erhält der Schüler durch intuitives Verstehen und Eintauchen in das Rätsel. Dadurch kommt er der Erleuchtung ein Stückchen näher.

Meditieren lernen oder: Wie kann ich mich dem Moment hingeben?

Das regungslose Sitzen (“zazen”) und das sorgsame Beobachten des eigenen Atems sind typische Merkmale einer solchen Meditation. Das Meditieren dient der Beruhigung des Geistes. Nur ein Geist, der beruhigt ist, kann die Erleuchtung erfahren. Die gewünschte Wirkung – also die Erleuchtung – kann bei ganz alltäglichen Dingen kommen – auch beim Geschirr spülen oder Schnee schippen. Voraussetzung ist die völlige Hingabe an den gegenwärtigen Moment. In Zeiten von Smartphones, ständiger Erreichbarkeit und einer digitalen Umgebung wird diese Hingabe an die Gegenwart immer schwieriger. Daher ist es gerade in der heutigen Zeit sinnvoll, meditieren zu lernen.

Die Zen Meditation kannst du kostenlos in der vita Zen Lounge in Salzburg ausprobieren. Hier geht’s zu den Terminen >>