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Der Zen-Meister Lin Chi

Lin Chi – der Begründer der Rinzai-Schule des Zen

Heutzutage ist das Rinzai-Zen einer der am häufigsten praktizierten Arten von Yoga, welche dir auf der Suche zu dir selbst helfen kann. Bereits vor langer Zeit legte der Zen-Meister den Grundstein für die heutige Lehre.

Die Geschichte des Lin Chi († 866 n. Chr.)

Bereits in jungem Alter lernte er in einem Kloster des Meisters Huang-Po. Der Meister Huang-Po soll mit für die damalige Zeit unkonventionellen Methoden unterrichtet haben. Er versuchte, den festgefahrenen Geist seiner Schüler aufzulockern, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Bei diesem Meister blieb der Zen-Meister einige Jahre. Mit Hingabe, Achtsamkeit und Motivation praktizierte er die Übungen. Eines Tages soll er seinem Meister die Frage gestellt haben, was das fundamentale Prinzip des Buddhismus ist. Nachdem er als Antwort lediglich ein Klopfen auf den Boden bekam, wollte Lin Chi zunächst das Kloster verlassen und Wandermönch werden. Allerdings schickte ihn sein Meister zu einem anderen Kloster. Von seinem neuen Meister lernte er viel. Er erkannte, dass er in der Vergangenheit stets die buddhistischen Lehren und seinen Geist voneinander getrennt hat. Nun wusste er, dass die buddhistische Lehre und sein Inneres Ich kein Dualismus sind. Voller neuer Motivation kehrte er zurück zum Kloster des Huang Po. Dort verbrachte er noch einige Zeit. Später gründete er dann ein eigenes Kloster, in welchem er Zen-Meister wurde und eine eigene Zen-Tradition entwickelte.

Die Lehre des Lin Chi 

Noch heute ist das Rinzai-Zen eine bekannte Lehre. Der Name stammt übrigens von der japanischen Übersetzung des Namens Lin Chi. In Japan prägten in der nachfolgenden Zeit vor allem die Samurai das Rinzai-Zen. Bis heute sind es verschiedene Kampfsportarten in Japan, die unter dem Einfluss dieses Zen-Meisters stehen. Bereits damals erkannte er, dass man sich oft selbst im Weg steht. Die Kampfsportarten ziehen das folgende Fazit aus der Lehre des Zen-Meister: Besiege dich selbst – denn nur wer sich selbst besiegt, kann auch seinen Gegner besiegen. Die Rinzai-Lehre kann also auch dir dabei helfen, innere Blockaden zu besiegen und mit einem gestärkten Geist fortan durch das Leben zu gehen.

 

Bildquelle Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Linji_Yixuan

Bekannte Zen-Meister

Ein für den Zen Buddhismus zentraler Satz steht im Zutíng Shìyuàn von Mùan Shànqing aus dem Jahr 1108. Er lautet: “Eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften, unabhängig von Wort und Schriftzeichen.” Der Satz zeigt, dass sich beim Zen die Sinnsuche nicht nach außen sondern nach innen richtet. Entsprechend liegt seine Wirkung mehr im Sein und Wirken der Zen Meister als in aufgeschriebenen Weisheiten. Insofern lohnt ein Blick in vielgestaltige Geschichte der Zen-Meister.

Ein kleiner Überblick in die Geschichte von 6 der bekanntesten  Zen Meister:

Dogen Zenji

Als erster Zen Meister ist Dogen Zenji zu nennen. Dieser brachte in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts den in China kennengelernten Zen Buddhismus in seine Heimat Japan. 1223 gründete er nicht nur einen Tempel sondern auch ein Kloster mit der ersten Zen-Halle nach chinesischem Vorbild in Japan.

Wu-men Hui-kai

Zu den wichtigsten Weisheiten des Zens >> zählen kurze Anekdoten die Koan genannt werden und das man sich regelmäßig mit beispielhaften Handlungsweisen von Zen Meistern beschäftigt. Eine wichtige Sammlung solcher Koan ist das im 13. Jahrhundert durch Meister Wu-men Hui-kai verfasste Wumengan, welches 48 dieser Anekdoten enthält.

Ikkyu Sojun

Aufzählung bekannter Zen-MeisterBei Ikkyu Sojun handelt es sich um einen japanischen Dichter des 15. Jahrhunderts, welcher unter anderem als Begründer der traditionellen japanischen Tee Zeremonie in die Geschichte eingegangen ist. Vor allem aber ist er die wohl schillerndste Persönlichkeit unter den Zen-Meistern. Seine Kritiker aus der Zen Aristokratie etwa lud er zu Diskussionen gerne in Bordelle und Sake-Kneipen ein. Auch sonst war er in seinem Wesen äußerst rebellisch. Dieser Umstand hat zur Überlieferung vieler Geschichten geführt die heutzutage sogar Eingang in Mangas und Zeichentrickfilme finden.

Kodo Sawaki

Dass die Verbreitung der Lehre aber auch auf weniger lautstarke und trotzdem intensive Weise erfolgen kann zeigt das Leben von Zen Meister Kodo Sawaki. Dieser wurde 1880 geboren und trug die Lehren aus dem Kloster heraus in die Welt. Seine Übungen vollzog er vornehmlich auf der Wanderschaft durch Japan mittels der damals in Japan schon fast in Vergessenheit geratenen Meditationstechnik des Zazen. Die Beliebtheit des Lotossitzes während der Meditation ist nicht zuletzt den rastlosen Wanderungen des “Landstreichers Kodo” zu verdanken, der seine Weisheiten im Sinne wortwörtlicher Erfahrung unter das Volk trug.

Suzuki Shunryu

Das die Reihe der großen Meister des Zens bis in unsere Tage hinein reicht zeigt das Leben von Suzuki Shunryu. Dieser wurde 1905 als Sohn eines Meisters der Soto Linie geboren und wurde bereits mit dreißig Jahren selber zum Meister. Im Zweiten Weltkrieg war Shunryu einer der prägenden Köpfe der pazifistischen Bewegung innerhalb Japans. Nach dem Krieg zog er Ende der Fünfzigerjahre in die USA und wirkte dort bis zu seinem Tod 1971 im Zen-Zentrum von San Francisco. Zu seinen Anhängern dort zählte unter anderem der spätere Apple-Gründer Steve Jobs.

Oi Saidan Roshi

Mit der wichtigste noch lebende Zen Meister ist Oi Saidan Roshi. Geboren 1915 und damit über hundert Jahre alt wirkt er noch heute als Oberpriester der Rinzai-shu-Sekte. Er hat maßgeblich an der Öffnung des Zen Buddhismus für Laien mitgewirkt und so dafür gesorgt dass auch Frauen sowie Schülerinnen und Schüler aus westlichen Kulturkreisen sich intensiver mit dessen Lehren beschäftigen können.

 

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